Schornstein Flachdach: Höhe, Durchführung, Abdichtung
Beim Thema Schornstein Flachdach wird die Höhe nicht am tatsächlichen Dach gemessen. Die 1. BImSchV rechnet mit einem gedachten First bei 20 Grad Neigung, und die Mündung muss ihn um mindestens 40 Zentimeter überragen.
Durch die Dachhaut geht der Schornstein mit einer Flachdachdurchführung mit Wetterkragen, die in die Bitumenbahn eingeschweißt wird. Beides zusammen, die Höhe und die Durchführung, entscheidet darüber, ob die Anlage abgenommen wird.
Kurz zusammengefasst
- Unter 20 Grad Dachneigung zählt der gedachte First bei 20 Grad, plus 40 Zentimeter, nach 1. BImSchV § 19 Absatz 1 Satz 3.
- Abweichen dürfen Sie nur über eine Einzelfallberechnung nach VDI 3781 Blatt 4 Abschnitt 6.2.1.
- Der Umkreis von 15 Metern um Fenster, Türen und Lüftungsöffnungen ist auf dem Flachdach oft die härtere Bedingung als die Höhe selbst.
- Die Durchführung wird nach Neigungsbereich und Innendurchmesser gewählt, im Bereich 0 bis 5 Grad in fünf Durchmessern von 130 bis 200 Millimeter.
- Vor der Bestellung mit dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger sprechen, nicht danach.
Schornstein Flachdach Höhe: wie hoch muss die Mündung?
Für eine Feuerungsanlage für feste Brennstoffe, die nach dem 31. Dezember 2021 errichtet wird, gilt bundesweit § 19 Absatz 1 der 1. BImSchV.
Dieser Absatz besteht aus sieben Sätzen; wir geben die Sätze wieder, auf die es beim Flachdach ankommt, und benennen jeden einzeln. Die Grundregel steht in Satz 1 der 1. BImSchV § 19 Absatz 1:
Bei einer Feuerungsanlage für feste Brennstoffe, die nach dem 31. Dezember 2021 errichtet wird, ist der Schornstein so auszuführen, dass die Austrittsöffnung des Schornsteins 1. firstnah angeordnet ist und 2. den First um mindestens 40 Zentimeter überragt. […]
Ein Flachdach hat keinen First, an dem sich das messen ließe. Genau diesen Fall regelt Satz 3 desselben Absatzes:
Bei einer Dachneigung von weniger als 20 Grad ist die Höhe der Austrittsöffnung gemäß Satz 1 Nummer 2 auf einen fiktiven Dachfirst zu beziehen, dessen Höhe unter Zugrundelegung einer Dachneigung von 20 Grad zu berechnen ist. […]
Sie legen also gedanklich ein 20-Grad-Dach über Ihr flaches Dach und messen gegen dessen Firstlinie. Ein Rechenbeispiel für ein 8 Meter tiefes Gebäude:
- 4 Meter mal dem Tangens von 20 Grad ergeben rund 1,46 Meter. So hoch liegt der gedachte First über der Dachfläche.
- Dazu die geforderten 40 Zentimeter: Die Austrittsöffnung müsste rund 1,86 Meter über die Dachfläche hinausragen.
- Welche Gebäudetiefe für Ihr Haus maßgeblich ist, bestätigt Ihnen der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger vor dem Aufbau.
Der Punkt, den die meisten unterschätzen: Ein Schornstein über Flachdach wird dadurch deutlich höher, als die flache Dachfläche vermuten lässt, und die Rohrlänge, die Sie bestellen, muss das abbilden. Wie die Höhe auf einem geneigten Dach gerechnet wird, steht in unserem Beitrag Wie hoch muss ein Schornstein sein.
Was firstnah bedeutet, definiert Satz 2 desselben Absatzes:
Firstnah angeordnet ist die Austrittsöffnung eines Schornsteins, wenn 1. ihr horizontaler Abstand vom First kleiner ist als ihr horizontaler Abstand von der Traufe und 2. ihr vertikaler Abstand vom First größer ist als ihr horizontaler Abstand vom First. […]
Auf dem Flachdach bezieht sich auch das auf den gedachten First. Ein Schornstein an der Attika ganz außen erfüllt diese Bedingung in aller Regel nicht.
Gibt es einen Weg an der Höhenregel vorbei?
Genau einen, und die Verordnung benennt ihn abschließend in Satz 4:
Von den Anforderungen nach den Sätzen 1 bis 3 darf nur abgewichen werden, wenn die Höhe der Austrittsöffnung für das Einzelgebäude nach Abschnitt 6.2.1 der Richtlinie VDI 3781 Blatt 4 (Ausgabe Juli 2017) bestimmt worden ist. […]
Diese Richtlinie ist kostenpflichtig. Die 1. BImSchV sagt in § 23 selbst, wo sie zu beziehen ist: "DIN-, DIN EN-Normen sowie die VDI-Richtlinien, auf die in dieser Verordnung verwiesen wird, sind bei der Beuth Verlag GmbH, Berlin, erschienen." Ihren Wortlaut geben wir deshalb nicht wieder. Wer diesen Weg gehen will, braucht eine Einzelfallberechnung für sein Gebäude, keine Faustformel aus dem Netz.
Steht Ihr Gebäude schon länger, gilt zusätzlich Satz 7:
Bei der Errichtung von Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe in einem Gebäude, das vor dem 1. Januar 2022 errichtet wurde oder für das vor dem 1. Januar 2022 eine Baugenehmigung erteilt worden ist, ist Absatz 2 anzuwenden, wenn die Anforderungen der Sätze 1 bis 6 im Einzelfall unverhältnismäßig sind. […]
Absatz 2 enthält für diesen Fall eigene Maße. Ob er auf Ihr Gebäude anzuwenden ist und welche Höhe daraus folgt, entscheidet der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger, nicht der Verkäufer der Bauteile.
Kann man ein Abgasrohr durch ein Flachdach führen?
Ja, und dafür gibt es ein eigenes Bauteil, die Flachdachdurchführung mit Wetterkragen.
Der Shop beschreibt sie auf den Produktseiten so: "Flachdachdurchführungen bestehen aus einem kleinen Konus und angeschweißter Edelstahlplatte. Sie werden zur Einschweißung in mit Bitumen gedeckten Dächern verwendet." Die Edelstahlplatte wird also Teil der Dachhaut, der Konus nimmt das Schornsteinrohr auf, und der Wetterkragen schließt oben gegen das Rohr ab.
Wie führe ich einen Schornstein durch ein Flachdach?
In fünf Schritten, und die Reihenfolge ist wichtig, weil die Dachhaut zuletzt wieder dicht sein muss. Wer ein Detail für die Planung sucht, findet es genau hier: Platte in der Dachhaut, Konus darüber, Wetterkragen oben, Rohr mittig eingesteckt.
- Neigungsbereich bestimmen. Bis 5 Grad Dachneigung passt die Ausführung 0-5 Grad. Darüber wählen Sie den Bereich, in den Ihr Dach fällt: 5-15, 16-25, 26-35 oder 36-45 Grad.
- Innendurchmesser abgleichen. Jede Durchführung ist einem Innendurchmesser fest zugeordnet, im Datenblatt unter "Passt für Durchmesser innen (mm)". Sie muss zum Innenrohr Ihres Systems passen, nicht zum Außenmaß.
- Durchbruch setzen und Platte einschweißen. Die Edelstahlplatte wird in die Bitumenbahn eingeschweißt, damit sie zur geschlossenen Fläche gehört und nicht nur aufliegt.
- Schornsteinrohr einstecken. Die Einstecktiefe beträgt laut Datenblatt 6 Zentimeter.
- Wetterkragen setzen und Abstände prüfen. Der Wetterkragen gehört zum Lieferumfang. Für den Abstand zu brennbaren Baustoffen nennen die Datenblätter dieser Durchführungen 7 Zentimeter.
Danach folgt die Abnahme. Bauen Sie nicht zu, was der Bezirksschornsteinfeger noch sehen muss.
Schornstein am Flachdach abdichten: worauf es ankommt
Dicht wird ein Flachdach an dieser Stelle über zwei Ebenen, nicht über Dichtmasse.
- Unten: die angeschweißte Edelstahlplatte wird in die Bitumenbahn eingebunden, sodass Wasser über die Bahn abläuft und nicht an der Naht steht.
- Oben: der Wetterkragen führt Regen, der am Rohr herunterläuft, auf die Platte zurück.
Einen Schornstein Flachdach abdichten ist deshalb eine Dachdecker- und keine Silikonarbeit. Prüfen Sie nach dem ersten kräftigen Regen die Unterseite der Decke, bevor Sie die Verkleidung schließen.
Flachdachdurchführung: die fünf Größen
Für die Ausführung 0-5 Grad, also das echte Flachdach, führt der Shop fünf Innendurchmesser von 130 bis 200 Millimeter. Der Wetterkragen ist jeweils enthalten.
Bestellt wird die Durchführung zusammen mit dem System, in dem sie sitzt; der Preis steht auf der Produktseite im Shop.
| Innendurchmesser | Artikel | Passendes System |
|---|---|---|
| 130 mm | Flachdachdurchführung 0-5 Grad mit Wetterkragen | Edelstahlschornstein doppelwandig 130 mm |
| 150 mm | Flachdachdurchführung 0-5 Grad mit Wetterkragen | Edelstahlkamin 150 mm doppelwandig |
| 160 mm | Flachdachdurchführung 0-5 Grad mit Wetterkragen | Schornstein 160 mm doppelwandig |
| 180 mm | Flachdachdurchführung 0-5 Grad mit Wetterkragen | Edelstahlkamin doppelwandig 180 mm |
| 200 mm | Flachdachdurchführung 0-5 Grad mit Wetterkragen | Edelstahl Kaminrohr doppelwandig 200 mm |
Was kostet ein Schornstein auf dem Flachdach?
Der Preis setzt sich aus vier Posten zusammen, und drei davon hängen an Ihrer Höhenrechnung.
- Die Durchführung. Der Preis richtet sich nach Neigungsbereich und Innendurchmesser; er steht auf der Produktseite im Shop.
- Das doppelwandige Schornsteinrohr in der Länge, die sich aus der Höhenrechnung oben ergibt. Je höher der gedachte First, desto mehr Längenelemente.
- Die Abspannung, weil der Schornstein auf dem Flachdach frei steht.
- Die Mündungsabdeckung, die beim doppelwandigen System zum System gehört.
Was ein Handwerker für den Einbau berechnet, hängt vom Dachaufbau ab und lässt sich hier seriös nicht beziffern. Planbar ist die Lieferung: Die Datenblätter dieser Durchführungen nennen 3 bis 4 Werktage.
Schräges Dach, aber flach gedacht: 5 bis 45 Grad
Viele Dächer, die im Alltag als Flachdach durchgehen, haben ein leichtes Gefälle. Dafür gibt es dieselbe Durchführung in vier weiteren Neigungsbereichen, jeweils mit denselben fünf Innendurchmessern von 130 bis 200 Millimeter. Die Übersicht stellt alle fünf Bereiche nebeneinander.
| Neigungsbereich | Innendurchmesser |
|---|---|
| 0 bis 5 Grad | 130 bis 200 mm |
| 5 bis 15 Grad | 130 bis 200 mm |
| 16 bis 25 Grad | 130 bis 200 mm |
| 26 bis 35 Grad | 130 bis 200 mm |
| 36 bis 45 Grad | 130 bis 200 mm |
Wichtig für die Höhenrechnung: Erst ab mehr als 20 Grad Dachneigung endet die Regel mit dem gedachten First. Ein Dach mit 16 Grad wird für die Höhe also weiterhin wie ein Flachdach behandelt, auch wenn Sie die Durchführung 16-25 Grad brauchen.
Wie vergleiche ich verschiedene Systeme für Flachdächer?
An vier Angaben, die auf jedem Datenblatt stehen, und nicht am Bild.
- Der Neigungsbereich, denn eine Durchführung 0-5 Grad sitzt auf einem 30-Grad-Dach nicht plan auf.
- Der Innendurchmesser, im Datenblatt als "Passt für Durchmesser innen (mm)" geführt.
- Der Wetterkragen, also ob er enthalten ist. Bei diesen Artikeln ist er es.
- Die Zertifizierung. Die Systeme dieses Shops sind T600 zertifiziert.
Welche Materialien eignen sich auf dem Flachdach?
Doppelwandige Edelstahlsysteme, T600 zertifiziert. Auf dem Flachdach steht der Schornstein frei und ungeschützt, weil keine Dachschräge ihn abschirmt.
Für das Innenrohr aus Edelstahl gibt der Hersteller 25 Jahre Herstellergarantie auf die Korrosionsbeständigkeit. Die übrigen Fristen sind kürzer und auf unserer Garantieseite einzeln aufgeführt:
- 10 Jahre Korrosionsbeständigkeit auf flexible Edelstahlrohre;
- 5 Jahre auf die Lackierung eines verzinkten Außenrohrs;
- 2 Jahre auf die Lackierung;
- 2 Jahre auf die Lackierung lackierter Stahlteile;
- 2 Jahre Haltbarkeit auf Kunststoffteile.
Dämmung, Dichtungen und Lack sind von der 25-Jahres-Frist nicht erfasst.
Welcher Durchmesser passt zu meinem Holzofen?
Den gibt der Hersteller Ihrer Feuerstätte vor, nicht die Faustregel des Nachbarn. Die 1. BImSchV sagt dazu in § 4 Absatz 1:
Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe dürfen nur betrieben werden, wenn sie sich in einem ordnungsgemäßen technischen Zustand befinden. Sie dürfen nur mit Brennstoffen nach § 3 Absatz 1 betrieben werden, für deren Einsatz sie nach Angaben des Herstellers geeignet sind. Errichtung und Betrieb haben sich nach den Vorgaben des Herstellers zu richten.
Für den Querschnitt selbst gilt in Nordrhein-Westfalen § 7 Absatz 1 der FeuVO NRW: "Abgasanlagen müssen nach lichtem Querschnitt und Höhe, soweit erforderlich auch nach Wärmedurchlasswiderstand und Beschaffenheit der inneren Oberfläche, so bemessen sein, dass die Abgase bei allen bestimmungsgemäßen Betriebszuständen ins Freie abgeführt werden und gegenüber Räumen kein gefährlicher Überdruck auftreten kann." Jedes Bundesland hat dazu eine eigene Feuerungsverordnung; der Wortlaut oben gilt für NRW.
Praktisch heißt das: Der Querschnitt gehört zur Höhe. Auf dem Flachdach wird der Schornstein wegen des gedachten Firsts länger, und beides zusammen gehört gerechnet.
Ein Kaminofen und ein Holzofen unterscheiden sich dabei nicht grundsätzlich, sondern über Nennwärmeleistung, Abgastemperatur und Anschlussstutzen. Diese drei Werte stehen im Datenblatt Ihrer Feuerstätte.
Auf die Verbrennung wirkt der Schornstein über den Zug: Ein Querschnitt oder eine Höhe außerhalb der Herstellervorgabe verändert die Bedingungen, unter denen der Ofen geprüft wurde, und deshalb ist die Berechnung keine Formsache.
Welche Sicherheitsvorschriften muss ich beachten?
Neben der Höhe über dem gedachten First regelt die 1. BImSchV in § 19 Absatz 1 Satz 5 den Abstand zu Öffnungen, gestaffelt nach Wärmeleistung:
Der Schornstein ist so auszuführen, dass die Austrittsöffnung des Schornsteins bei einer Gesamtwärmeleistung der Feuerungsanlage 1. bis 50 Kilowatt in einem Umkreis von 15 Metern die Oberkanten der Lüftungsöffnungen, Fenster und Türen um mindestens 1 Meter überragt, 2. von mehr als 50 bis 100 Kilowatt in einem Umkreis von 17 Metern die Oberkanten der Lüftungsöffnungen, Fenster und Türen um mindestens 2 Meter überragt, 3. von mehr als 100 bis 150 Kilowatt in einem Umkreis von 19 Metern die Oberkanten der Lüftungsöffnungen, Fenster und Türen um mindestens 3 Meter überragt, 4. von mehr als 150 bis 200 Kilowatt in einem Umkreis von 21 Metern die Oberkanten der Lüftungsöffnungen, Fenster und Türen um mindestens 3 Meter überragt oder 5. von mehr als 200 Kilowatt die Oberkanten der Lüftungsöffnungen, Fenster und Türen in demjenigen Umkreis um diejenigen Mindesthöhen überragt, die in Tabelle 3 auf Seite 32 der Richtlinie VDI 3781 Blatt 4 (Ausgabe Juli 2017) vorgegeben sind. […]
Auf dem Flachdach ist dieser Satz oft der eigentliche Engpass, weil Lichtkuppeln, Lüftungsauslässe und Dachfenster von Nachbargebäuden im 15-Meter-Umkreis liegen. Diese Staffelung ist Bundesrecht und gilt überall.
Für den Abstand der Abgasanlage zu brennbaren Bauteilen gilt daneben Landesrecht. In Nordrhein-Westfalen verlangt § 8 Absatz 1 der FeuVO NRW: "Abgasanlagen müssen zu Bauteilen aus brennbaren Baustoffen so weit entfernt oder so abgeschirmt sein, dass an den genannten Bauteilen 1. bei Nennleistung keine höheren Temperaturen als 85°C und 2. bei Rußbränden in Schornsteinen keine höheren Temperaturen als 100°C auftreten können." Andere Bundesländer regeln das in ihrer eigenen Feuerungsverordnung. Für die Bauteile hier nennen die Datenblätter 7 Zentimeter Abstand zu brennbaren Baustoffen.
Wie stelle ich sicher, dass der Schornstein richtig gedämmt ist?
Über den Aufbau und über den eingehaltenen Abstand, nicht über das Gefühl an der Verkleidung.
Doppelwandige Systeme führen die Dämmung zwischen Innen- und Außenrohr mit, deshalb heißen sie doppelwandig. Nachweisbar wird die Dämmwirkung über die Temperaturgrenzen des Landesrechts, in NRW über die 85 Grad Celsius und 100 Grad Celsius aus § 8 Absatz 1 FeuVO NRW oben, und über den vom Hersteller angegebenen Abstand zu brennbaren Baustoffen, hier 7 Zentimeter.
Wo Holzbalken oder eine Attikakonstruktion in der Nähe des Durchbruchs liegen, gehört dieser Abstand vor dem Einbau nachgemessen.
Welche Genehmigungen brauche ich?
Die Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ist der Punkt, an dem es ernst wird. In Nordrhein-Westfalen steht das in § 42 Absatz 7 der BauO NRW 2018:
Bei der Errichtung oder Änderung von Schornsteinen sowie beim Anschluss von Feuerstätten an Schornsteine oder Abgasleitungen hat die Bauherrschaft sich von der bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegerin oder dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger bescheinigen zu lassen, dass die Abgasanlage sich in einem ordnungsgemäßen Zustand befindet und für die angeschlossenen Feuerstätten geeignet ist.
Dieser Wortlaut ist die Bauordnung von Nordrhein-Westfalen. Jedes Bundesland hat eine eigene Bauordnung mit einer entsprechenden Regelung, und die Formulierungen unterscheiden sich. Der praktische Rat ist überall derselbe: Sprechen Sie mit Ihrem Bezirksschornsteinfeger, bevor Sie bestellen, nicht danach. Er sagt Ihnen auch, ob in Ihrem Fall zusätzlich eine Baugenehmigung nötig ist.
Kann ich den Schornstein selbst installieren?
Die Bauteile sind für die Montage vor Ort gemacht, und viele Bauherren setzen sie selbst. Die Bescheinigung nach der Bauordnung Ihres Landes und die wiederkehrende Prüfung bleiben davon unberührt. Für die Prüfung gilt bundesweit der vollständige § 14 Absatz 1 des SchfHwG:
Jeder bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger hat zweimal während des Zeitraums seiner Bestellung sämtliche Anlagen in den Gebäuden seines Bezirks zu besichtigen, in denen folgende Arbeiten durchzuführen sind: 1. Arbeiten nach den Rechtsverordnungen nach § 1 Absatz 1 Satz 2 und 3, 2. für kleine und mittlere Feuerungsanlagen durch Rechtsverordnung auf Grund des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vorgeschriebene Arbeiten oder 3. Arbeiten nach den landesrechtlichen Bauordnungen. Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger prüft die Betriebs- und Brandsicherheit der Anlagen (Feuerstättenschau). Eine Feuerstättenschau darf frühestens drei Jahre und soll spätestens fünf Jahre nach der letzten Feuerstättenschau durchgeführt werden.
Eines gehört dabei mitgedacht: Die Herstellergarantie setzt voraus, dass der Einbau nach der Montageanleitung erfolgt. Die vollständigen Bedingungen stehen auf unserer Garantieseite.
Welche Wartung ist erforderlich?
Zwei Pflichten laufen parallel, und nur eine davon ist hoheitlich.
Die Feuerstättenschau nach dem Wortlaut oben bleibt beim bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Das Kehren und Überprüfen dagegen ist Ihre Sache als Eigentümer, und zwar dem Wortlaut nach als Pflicht, es zu veranlassen. Satz 1 von § 1 Absatz 1 des SchfHwG:
Jeder Eigentümer eines Grundstücks oder eines Raums ist verpflichtet, fristgerecht Folgendes zu veranlassen: 1. die Reinigung und Überprüfung von kehr- und prüfungspflichtigen Anlagen sowie 2. die Schornsteinfegerarbeiten, die für kleine und mittlere Feuerungsanlagen durch Rechtsverordnung nach § 23 Absatz 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vorgeschrieben sind. […]
Beauftragen können Sie damit jeden eingetragenen Schornsteinfegerbetrieb, nicht zwingend den für Ihren Bezirk zuständigen. Wer die Arbeiten ausführen darf, sagt Satz 2 von § 2 Absatz 1 des SchfHwG:
Die Durchführung dieser Arbeiten darf nur durch Betriebe erfolgen, die 1. mit dem Schornsteinfegerhandwerk in die Handwerksrolle eingetragen sind oder 2. die Anforderungen für eine grenzüberschreitende Erbringung von Dienstleistungen auf Grund einer Rechtsverordnung nach § 9 Absatz 1 der Handwerksordnung erfüllen. […]
Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ist einer dieser Betriebe, aber nicht der einzige. Zweierlei folgt daraus für Sie:
- Selbst reinigen ersetzt die vorgeschriebenen Arbeiten nicht, weil sie einem eingetragenen Betrieb vorbehalten sind.
- Die Termine gibt Ihnen Ihr Feuerstättenbescheid vor. Wie oft gekehrt oder überprüft werden muss, hängt von Feuerstätte und Brennstoff ab und steht in der Anlage 1 der Kehr- und Überprüfungsordnung.
Was Sie selbst tun können: nach jedem Sturm den Wetterkragen und die Abspannung ansehen, weil ein frei stehender Schornstein auf dem Flachdach mehr Wind abbekommt als einer im Dachschatten.
Welche Vorschriften gelten für Schornsteine ab 2026?
Für die Höhe gilt weiterhin § 19 Absatz 1 der 1. BImSchV in der Fassung, die seit dem 1. Januar 2022 für Neuanlagen greift, also die oben zitierten Sätze mit dem gedachten First.
Eine davon abweichende Höhenregel für 2026 ist uns nicht bekannt. Separat davon steht die Emissionsgrenze für alte Einzelraumfeuerstätten. Sie hat zwei Sätze, und hier stehen beide, 1. BImSchV § 26 Absatz 1:
Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden, dürfen nur weiterbetrieben werden, wenn nachfolgende Grenzwerte nicht überschritten werden: 1. Staub: 0,15 Gramm je Kubikmeter, 2. Kohlenmonoxid: 4 Gramm je Kubikmeter. Der Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte kann 1. durch Vorlage einer Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder 2. durch eine Messung unter entsprechender Anwendung der Bestimmungen der Anlage 4 Nummer 3 durch eine Schornsteinfegerin oder einen Schornsteinfeger geführt werden.
Diese Grenzwerte gelten aber längst nicht für jede alte Feuerstätte. Ausgenommen sind die Anlagen in § 26 Absatz 3 der 1. BImSchV:
Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für 1. nichtgewerblich genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 Kilowatt, 2. offene Kamine nach § 2 Nummer 12, 3. Grundöfen nach § 2 Nummer 13, 4. Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt, sowie 5. Einzelraumfeuerungsanlagen, bei denen der Betreiber gegenüber dem Bezirksschornsteinfegermeister glaubhaft machen kann, dass sie vor dem 1. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden.
Ein Grundofen oder ein offener Kamin fällt also nicht unter die Grenzwerte, ein alter Kaminofen dagegen schon. Ob für Ihre Feuerstätte eine Frist läuft, sagt Ihnen der Bezirksschornsteinfeger. Wird der Ofen deswegen getauscht, ist das der Moment, in dem die Höhenregel für Neuanlagen wieder ins Spiel kommt.
Braucht die Mündung eine Abdeckung?
Die 1. BImSchV regelt in § 19 die Höhe der Austrittsöffnung, nicht deren Abdeckung. Ob ein Aufsatz auf Ihrer Anlage zulässig ist, gehört deshalb in dasselbe Gespräch wie die Abnahme.
Der Shop führt Schornsteinabdeckungen ausdrücklich für den gemauerten Schornstein und beschreibt sie als Schutz vor Regen und Witterungseinflüssen. Für ein doppelwandiges Edelstahlsystem gehört die passende Mündungsabdeckung dagegen zum System selbst.
Wie lange dauert der Einbau?
Das hängt am Dachaufbau, an der Zugänglichkeit und daran, ob der Durchbruch schon sitzt. Eine Stundenzahl wäre hier geraten.
Planbar ist der Rest: Die Datenblätter der Flachdachdurchführungen nennen 3 bis 4 Werktage Lieferzeit. Für Lagerware gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen; Sonderanfertigungen nach Maß sind davon ausgenommen. Legen Sie den Termin mit dem Bezirksschornsteinfeger vor die Lieferung, nicht danach.
Wie sieht Ihr Flachdach genau aus?
Vier Angaben entscheiden, welche Durchführung passt:
- die gemessene Dachneigung;
- der Dachaufbau;
- die Art der Abdichtung;
- die Attika.
Messen Sie die Neigung, bevor Sie bestellen. Bis 5 Grad nehmen Sie die Flachdachdurchführung, darüber beginnen die vier weiteren Neigungsbereiche bis 45 Grad.
Beim Aufbau geht es um das, was unter der Abdichtung liegt. Ein Warmdach ist durchgehend gedämmt und hat keinen belüfteten Hohlraum. Ein Kaltdach hat einen belüfteten Zwischenraum, der auch nach dem Durchbruch belüftet bleiben muss. Bei der Abdichtung unterscheiden sich Bitumenbahn, EPDM-Folie und Blech vor allem darin, wie der Kragen angeschlossen und dicht gemacht wird; die Vorgabe dafür steht in der Verlegeanleitung Ihrer Abdichtung.
Notieren Sie zuletzt, ob eine Attika vorhanden ist und wie hoch sie über der Dachfläche steht, und wo der Ofen im Haus steht. Mit diesen Angaben rechnen wir Ihnen die Bauhöhe und die Teileliste kostenlos aus, einschließlich Querschnittsberechnung.
Wenn Sie Höhe und Querschnitt nicht selbst rechnen wollen: Der Shop bietet eine kostenlose Beratung inklusive Querschnittsberechnung an, telefonisch unter 02324 603-99, erreichbar 7 Tage die Woche, oder per E-Mail an info@online-edelstahlschornstein.de. Halten Sie das Datenblatt der Feuerstätte und die Gebäudetiefe bereit.